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206 Jungfrau von Orleans.
Stimmen von ihrem nahe bevorſtehenden Tode benach⸗ richtigt und dann hatte ſie in ihrer ſiebenmonatlichen Ge⸗ fangenſchaft bei den Engländern ſo große Qualen erdul⸗ det, daß ſie den Tod ſelbſt herbeiwünſchte. Da in ihrem Urtheil die Todesart nicht ausgedrückt war, ſo fragte ſie danach und erhielt zur Antwort, daß ſie dem Feuertode entgegengehe. Entſetzt bebte ſie zurück, denn aus Furcht vor den Flammen war ſie ihren Stimmen untreu gewor⸗ den und hatte die Abſchwörung ausgeſprochen.„Ach,“ rief ſie ſchmerzvoll aus,„meinen Leib, den nichts befleckt hat, in Aſche zu verwandeln! Schnitte man mir doch lie⸗ ber den Kopf ab! Hätte man mir meine Bitte gewährt mich von den Dienern der Kirche bewachen zu laſſen, ſo
wäre dies alles nicht geſchehen!“
Cauchon trat mit mehreren Richtern in's Gefängniß. „Ach, Biſchof,“ rief ihm Johanna zu,„ich ſterbe durch Euch, durch Euch ſterbe ich! Ihr habt eine ſchwere Ver⸗ antwortung auf Euch genommen, indem Ihr mich eines ſo grauſamen Todes ſterben laßt!“ Dann fügte ſie zu einem Beiſitzer gewendet hinzu:„O Meiſter Pierre, wo werde ich heute ſein?“—„Setzt Ihr Eure Hoffnung nicht auf Gott?“ fragte dieſer zurück.„Doch,“ erwie⸗ derte ſie;„mit Gottes Hülfe hoffe ich in's Paradies ein⸗ zugehen.. aber durch Flammen!... mein Gott, mein
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