194 Jungfrau von Orleans.
lichen traurigen Ergebung,„Ihr ſchreibt alles nieder was gegen mich iſt, und wollt nichts ſchreiben was mir nützen kann!“
Als die Sitzung aufgehoben war, wartete der Graf Warwick im Vorſaale auf den Bruder Jſambart und hob ſchon die Hand auf um ihn zu ſchlagen, begnügte ſich dann aber ihm drohend zuzurufen:
„Was haſt Du heute Morgen dieſer Böſen zuge⸗ flͤſtert? Werde ich noch einmal gewahr, daß Du ihr einen Wink zu ihrer Rettung giebſt, ſo laſſe ich Dich in die Seine werfen!“
Nach Beendigung der Verhöre(am 12. Mai) ver⸗ ſammelten ſich die Richter beim Biſchof von Beauvais. Die Unterſuchung hatte ſo wenig für ihren Zweck ergeben, daß ſie zwölf Artikel in Form einer Denkſchrift zuſam⸗ menbauten und dieſelben an die Univerſität von Paris, an das Capitel von Rouen, an die Biſchöfe von Cou⸗ tances, Avranches und Liſieur ſowie an die 50— 60 Dor⸗ toren, welche Beiſitzer beim Proceſſe geweſen waren, zur Begutachtung abſandten. In dieſer Denkſchrift war die Angeklagte gar nicht genannt, mußte aber von jedermann errathen werden. Die Antwort fiel auch danach aus; ſie lautete ſo:„Die Angeklagte hat in ihrem Stolz oder Leichtſinn an Erſcheinungen und Offenbarungen geglaubt,


