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Jungfrau von Orleans. 25
Hauſe angekommen, ward ſie von ihrer Mutter gefragt, warum ſie ſo zeitig heimkehre und ihre Heerde im Stiche laſſe.„Habt Ihr mich nicht rufen laſſen?“ fragte die Tochter.„Ich? nein,“ antwortete die Mutter. Hierauf begab ſich Jeannette ſogleich nach der Capelle der hei⸗ ligen Katharina, um den Strauß auf ihren Altar zu legen. Sie ging durch den Garten ihres väterlichen Hauſes. Da tönte ihr plötzlich von der Kirche her eine Stimme in's Ohr. Als ſie aufſchaute, erblickte ſie eine leuchtende Wolke, aus welcher die Stimme erſcholl:„Jo⸗ hanna, Du biſt zu großen Dingen geboren, denn Du biſt die Jungfrau, welche der Herr zur Wiedereinſetzung des Königs Karl erkor. Du wirſt Deine zarten Glieder mit Erz bedecken und Feldherr ſein; das ganze König⸗ reich wird Deinem Rathe gehorchen.“ Die Wolke ver⸗ ſchwand. Stumm und regungslos blieb Jeannette auf derſelben Stelle ſtehen, bis ſie ſich von ihrem Staunen und Schrecken wieder ſo weit erholt hatte, daß ſie ihren Geſchäften nachgehen konnte.
Dieſes Geſicht hatte die Jungfrau am 17. Auguſt 1424, d. h. am Tage der Schlacht von Verneuil, worin die Blüthe des franzöſiſchen Adels fiel.
Als Jeannette wieder zu ihrer Heerde kam, hatte ſich dieſe von ſelbſt unter dem ſchönen Feenbaume ge⸗


