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empfände, und ſie fühlte ſich ihrer nicht ſicher genug, um dieſe Probe auszuhalten.
Sie ſchob ſachte die Hand von Chriſtian zurück und ſagte:
„Das iſt unnöthig.“
„Nein,“ entgegnete Chriſtian:„Sie haben an mir gezweifelt, Sie können noch an mir zweifeln... Geſchähe je dieſes Unglück, ſo öffnen Sie dieſe Briefe und leſen Sie dieſelben,— Sie werden dann über⸗ zeugt ſein.“
Ingénue hatte große Luſt, die Briefe zu leſen; nur brauchte ſie einen Grund, um ſie zu nehmen: da ihr dieſer Grund nun gegeben war, ſo benützte ſie ihn.
Dem zu Folge nahm die junge Frau die Briefe aus der Hand von Chriſtian und ſteckte ſie in ihr Leibchen.
„Ah! ich vermuthete es wohl!“ ſagte Ingénue.
„Wie ſo?“ fragte Chriſtian freudig.
„Ich vermuthete es ſo ſehr, daß ich, als ich Herrn Santerre hatte ſagen hören, dieſer verwun⸗ dete Page ſei nach dem Marſtalle von Artvis gebracht worden, ſelbſt hingehen und mich erkundigen wollte.“
Und nun erzählte ihrerſeits, auf die dringenden Bitten von Chriſtian, die junge Frau, wie ſie eines Abends um vier Uhr vom Hauſe der Rue des Ber⸗ nardins weggegangen; wie ihr ein Mann mit häß⸗ lichem Geſichte gefolgt ſei; wie ſie ſich fliehend ver⸗ irrt habe, und wie ſie in dem Augenblicke, wo er den Arm nach ihr ausgeſtreckt, durch ein kühnes Mädchen Namens Charlotte von Corday Beiſtand erhalten und vertheidigt worden ſei.


