Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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Auger kam, wie man geſehen hat, gegen ſieben Uhr Abends nach Hauſe; ſeine Abweſenheit am Tage ſchien Rétif die Folge des kleinen Schmollens am Morgen zu ſein; doch der Gott der Ehe, dachte Rétif, bewirkt eben ſo wohl Ausſöhnungen, als der Gott der Liebe.

Der Eine und der Andere, ſo feindſelig ſie auch gegen einander ſind, gebrauchen daſſelbe Mittel; ein einziges aber unfehlbares Mittel.

Der Romanenſchreiber zählte auf die Nacht, um dieſe Verſöhnung herbeizuführen.

Sobald Auger anweſend, bemerkte er die demü⸗ thige, reuige, ängſtliche Miene dieſes Schwiegerſoh⸗ nes, der, ſeiner Anſicht nach, mit der Klage im Munde, die Bitterkeit im Herzen und mit gewiſſen Velleitäten, den Herrn zu machen, wozu ihm das franzöſiſche Recht die Befugniß gab, erſchienen wäre, hätte er nicht Ingénue gegenüber ein Unrecht ge⸗ habt, von dem er wußte, es ſei ſchwer zu vergeben, da er nicht um Vergebung anſuchte.

Mit einem Worte, Rétif erwartete von Auger angegriffen zu werden; doch der gute Mann wußte nicht, von welchem Geheimniß die Schwäche von Auger herrührte.

Wie! ſo ſpät, Vagabund? ſagte Rötif lachend zu Auger.Sie ſind alſo fern vom ehelichen Dache herumgeſchweift?

Fern vom ehelichen Dache? wiederholte leiſe Auger.Ei! ich habe Gänge gemacht, welche zu machen Herr Réveillon mir befohlen.

Sodann ganz leiſe: