Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

312 Mein Gott! Du biſt ganz entſtellt, mein Kind! ſagte er. Ja, mein Vater, das iſt möglich! antwortete Ingénue.

Wo iſt denn Auger? fragte Rétif.

Und er ſchaute rings umher, erſtaunt, daß am andern Morgen nach der Hochzeit ein Mann ſeine Frau ſo frühzeitig verlaſſen hatte.

Herr Auger iſt weggegangen, erwiederte Ingénue.

Weggegangen? Und wohin?

Ei! zu ſeiner Arbeit, denke ich.

Oh! der wüthende Arbeiter! ſagte Rétif, der ſich zu beruhigen anfing;er ruhe wenigſtens am Tage aus!

Ein luſtiger Gedanke, den Ingénue nicht ver⸗ ſtand, oder den ſie vorübergehen ließ, ohne ihm die Ehre zu erweiſen, daß ſie dabei verweilte.

Wie! fuhr Rétif fort,er frühſtückt nicht mit ſeiner Frau?. Oh! ohl oh!

Vielleicht wird er frühſtücken.

Alle dieſe Worte waren von Ingénue mit dem eiſigen Tone geſprochen worden, der eine düſtere Gemüthsſtimmung bezeichnet.

Rétif erſchrak immer mehr hierüber.

Auf, mein Kind, ſprach er, indem er die rei⸗ zende Statue auf ſeinen Schooß nahm und ſie in ſeinen Armen und unter ſeinen Küſſen wieder er⸗ wärmte,ſage das Deinem Vater: Du ſcheinſt unzufrieden? Lüge nicht!

Ich bin es in der That, mein Vater, ant⸗ wortete Ingénue.

. *