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als ausſchweifender Hiſtoriker, die Spuren der ſanf⸗ ten Ermattung, die er in den Zügen von Ingénue zu finden hoffte, und glaubte das, was er ſuchte, getroffen zu haben, als er die perlmutterartige Bläſſe, die ſchwarz befranſten Augen und die Veilchen vereinigt mit den Heckenroſen auf den Lippen der jungen Frau wahrnahm.
Dies war wenigſtens der Ausdruck, deſſen er ſich ſpäter bediente, und von dem er als gewiſſenhafter Romanenſchreiber geſtand, er ſei ihm durch die Um⸗ ſtände und die Lage eingegeben worden.
Als Ingénue ihren Vater erblickte, lief ſie auf ihn zu und warf ſich ihm in die Arme.
In ſeinen Armen zerfloß ſie in Thränen.
„Wie! wie! mein Kind!“ ſagte Rétif ganz in Folge ſeiner Ideen,„wir weinen?“
„Oh! mein Vater! mein Vater!“ rief Ingénue.
„Nun, nun,“ erwiederte Rétif,„das iſt vorbei; gut! und nach dem Manne kommt der Vater.“
Ingénue wiſchte ihre Thränen ab und ſchaute Rötif ernſt an; ſie hatte unter den Worten, die er geſprochen, die Abſicht eines Scherzes gefühlt, und nichts ſchien ihr unerträglicher, als ein auf ihren tiefen Schmerz antwortender Spaß.
Da ſah ihr Vater, indem er ſie ſchärfer betrach⸗ tete, auf ihrem reizenden Geſichte die Spuren einer Traurigkeit, in deren Urſprung man ſich unmöglich täuſchen konnte; dieſe Traurigkeit bezeichnete ein grauſames Leiden und eine düſtere Schlafloſigkeit.
Und weder von einem ſolchen Leiden, noch von einer ſolchen Schlafloſigkeit ſuchte der unzüchtige Ver⸗ faſſer der Paysanne pervertie die Spur.


