Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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Herr Rétif de la Bretonne? fragte der Un⸗ bekannte.

Er wohnt hier, mein Herr, antwortete das Mädchen.

Ich weiß das, Mademoiſelle, ſagte der Mann mit dem ſchwarzgrauen Rocke;nur wollen Sie mir ſagen, ob ich ihn in dieſem Augenblicke ſprechen könnte.

Ich bezweifle es, mein Herr, mein Vater com⸗ ponirt, und er liebt es nicht, in ſeiner Arbeit geſtört zu werden.

Ich würde es in der That bedauern, ihn zu ſtören; und dennoch, Mademoiſelle, iſt das, was ich ihm mitzutheilen hätte, von der größten Wich⸗ tigkeit.

Und ſo ſprechend, ſchob der Fremde Ingénue ſachte vor ſich hin; er drang ins erſte Zimmer ein und offenbarte ſeine Abſicht, ſich nicht der erſten Weigerung zu ergeben, dadurch, daß er ſeinen Hut auf den Tiſch legte und ſeinen Stock in eine Ecke ſtellte.

Wonach er, einen Lehnſtuhl erblickend, ſich in dieſen niederließ, ſein Schnupftuch aus der Taſche

zog, zum Zeichen der Befriedigung ein ah! ausſtieß

und ſeine Stirne mit ſeinem Schnupftuche abwiſchte, wie ein Menſch, deſſen Geſicht andeutet:Wiſſen Sie, Mademoiſelle, daß Sie ſehr hoch wohnen?

Ingénue folgte mit den Augen dem Fremden, und ihre Augen drückten Erſtaunen aus. Sie hatte offenbar von ihrem Vater einen Befehl erhalten, der ſchon halb verletzt war.

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