Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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ſicht der Königin Mutter möchte zum Vorſchein kommen.

Statt dieſer ſtrengen Phyſiognomie war es das holdſelige Geſicht des jungen Mädchens, das ſich unter der aufgehobenen Tapete abzeichnete.

Aber Franz II. ſah ſie nicht. Er hatte ſeinen Kopf der entgegengeſetzten Seite zugekehrt, denn er dachte, es würde immer noch Zeit ſein ſich um⸗ zuwenden, wenn der ſchwere und etwas gewichtige Tritt ſeiner Mutter einmal den Fußboden unter dem Teppich erkrachen mache.

Der Tritt des Fräuleins von St. André ge⸗ hörte nicht zu denjenigen, unter welchen die Fuß⸗ böden erdröhnen. Gleich einer Nire hätte das ſchöne junge Mädchen über Binſen hingehen kön⸗ nen, ohne ihre Spitzen zu beugen; gleich den Sa⸗ lamandern hätte ſie ſich auf dem Capitäl einer Rauchſäule zum Himmel erhoben.

Sie trat alſo in das Zimmer, ohne gehört worden zu ſein; ungehört näherte ſie ſich dem jun⸗ gen König; als ſie bei ihm war, ſchlang ſie ver⸗ liebt ihre Arme um ſeinen Hals, und im Augen⸗ blick wo er den Kopf aufrichtete, drückte ſie ihre brennenden Lippen auf ſeine Stirne.

Es war nicht Catharina von Medici; die Kö⸗ nigin Mutter hatte keine ſo glühende Liebkoſungen für ihre Kinder, oder wenn ſie ſolche hatte, ſo be⸗ wahrte ſie dieſelben für den Günſtling ihrer Mut⸗ terliebe, für Heinrich I1l. Aber für Franz Il, dieſes Kind das ſie auf Verordnung des Arztes in einem Augenblick des Unwohlſeins empfangen hatte, das ſchwächlich und ungeſund auf die Welt gekom⸗