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Dann gab es in dieſem Louvrepalaſt keine Männer, ſondern nur Höflinge, und ein Höfling würde ſich zweimal beſonnen haben, ehe er ſich durch einen ſolchen Akt der Menſchenliebe der Un⸗ gnade des Königs ausſetzte.
Es war alſo kein Mann.
Aber wenn es eine Frau war, was war dieſe Frau?
Welche Frau konnte ſich ſo lebhaft für ihn, Condé, intereſſiren, daß ſie ſich— vorausgeſetzt daß ihre menſchenfreundliche Warnung des Prinzen bekannt wurde— auf einen einzigen Schlag mit dem König, mit der Königin Mutter und mit Fräu⸗ lein von St. André überwarf? Aber vielleicht war es Fräulein von St. André ſelbſt! Oh, was das betraf, ſo begriff der Prinz nach kurzer Ueber⸗ legung wohl, daß dieß unmöglich war: er hatte die Löwin zu grauſam verletzt, und die Löwin mußte
noch an der Wunde leiden, die er ihr geſchlagen
hatte. Er hatte zwar im Louvre zwei oder drei ehemalige Muitreſſen, aber mit dieſen war er über⸗ worfen, und wenn die Frauen nicht mehr lieben, ſo haſſen ſie.
Eine einzige vielleicht hatte noch einen Reſt von Zärtlichkeit für ihn: das hübſche Fräulein von Li⸗ meuil, aber er kannte ſeit langer Zeit das Gekrizel des reizenden Kindes; es war nicht ihre Hand, und man wagt es nicht einen Sekretär zu nehmen, um ein ſolches Billet zu ſchreiben.
War es überhaupt eine Frauenhand?
Der Prinz ſtellte ſich auf die Zehen, um ſo
nahe als möglich ans Licht zu kommen.


