Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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ſein Rendezvous und ging nach der Stelle zu, wohin der Schlag der Uhr ihn zu rufen ſchien.

Inzwiſchen drehte er das Billet zwiſchen ſeinen Fingern hin und her, aber die Dunkelheit der Nacht verhinderte ihn zu erfahren, was er von ſeiner flüchtigen Eroberung denken ſollte.

An der Ecke der Rue Chilperic befand ſich eine kleine Herberge, in deren Mauer eine Niſche an⸗ gebracht war; in der Riſche hing eine kleine Ma⸗ donna von vergoldetem Holz, und vor der Ma⸗ donna brannte ein Harzlicht, eine Art von Fackel, welche den eifrigen Catholiken eine chriſtliche Her⸗ berge und einen frommen Wirth anzeigte und den verſpäteten Reiſenden laut die Worte zurief: Hier kann man übernachten.

Der Prinz von Condé näherte ſich dem Haus, ſtieg auf die ſteinerne Bank neben der Thüre, ſtellte ſich unter die fackelnden Strahlen des Lichts und las folgende Zeilen, die ihn mit Staunen er⸗ füllten:

„Der König iſt für den Augenblick mit der Kö⸗ nigin Mutter ausgeſöhnt; heute Abend wohnen ſie der Hinrichtung des Rathes Anne Dubourg bei. Ich wage Euch nicht zur Flucht zu rathen, aber ich ſage Euch: Kehret unter keinem Vorwand in den Louvre zurück, es handelt ſich um Euern Kopf.“

Dieſe letzte Phraſe machte den Prinzen ganz verblüfft. Woher kam ihm dieſe Warnung? Gewiß von einem Freunde. Aber welchem Geſchlecht ge⸗ hörte dieſer Freund an? War es ein Freund oder eine Freundin? Nein es war eine Freundin; ein Freund würde nicht auf dieſe Art geſchrieben haben.