Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Und da Catharinas Blick auf Ronſard haften geblieben war, ſo trat er jetzt vor, um dem Auf⸗ ruf Folge zu leiſten. 1

„Huldreiche Königin,“ ſprach er,„Alles was ich gemacht habe iſt zur Kenntniß Eurer Majeſtät ge⸗ kommen, und das was Ihr nicht kennt möchte ich Euch nicht mitzutheilen wagen.“

„Und warum Das, Maeſtro?“ fragte Catharina.

„Nun, weil es Liebesverſe für die Damen ſind und weil Eure Majeſtät zu große Ehrfurcht gebie⸗ tet, als daß man es wagen könnte in Ihrer Ge⸗ genwart die Liebesliedchen der Schäfer von Knidus und Cythere zu ſingen.“

„Bah!“ ſagte Catharina,„bin ich nicht aus dem Lande Petrarcas und Boccaccios? Sprecht, ſprecht, Meiſter Peter, wenn nämlich die Frau Ad⸗ miralin es erlaubt.“

„Die Königin iſt hier wie überall Königin; ſie gibt ihre Befehle, und ihre Befehle werden be⸗ folgt,“ antwortete die Admiralin, ſich verneigend.

„Ihr ſeht, Maeſtro,“ ſagte Catharina,„Ihr habt alle Freiheit. Wohlan denn! Wir höten Euch.“

Ronſard trat einen Schritt vorwärts, fuhr mit der Hand in ſeinen ſchönen blonden Bart, ſchlug ſeine ſanfternſten Augen zum Himmel auf, um ſich das Gedächtniß von da zu erbitten von wo er die Begeiſterung ſuchte, und ſagte mit bezaubernder Stimme ein Liebeslied, um das ihn mehr als einer unſerer zeitgenöſſiſchen Dichter beneiden würde.

Nach ihm trug Remi Belleau auf Verlangen der Königin Catharina eine Villanelle über die