ſchichte des Ausgangs des XVI. Jahrhunderts eine ſehr bedeutende Stelle einnimmt; dieſer Cardinal von Löthringen, der zweite Sohn des Herzogs von Guiſe, der Bruder des Benarbten, der Mann, über welchen ſich alle in Frankreich bekannten und un⸗ bekannten geiſtlichen Gnaden zugleich ergoſſen, der Mann endlich, der, als er im Jahr 1548 nach Rom geſchickt wurde, durch ſeine Tugend, ſeine Schön⸗ heit, ſeine Anmuth, ſeinen majeſtätiſchen Wuchs, ſeinen prächtigen Aufzug, ſeine leutſeligen Manieren, ſeinen Geiſt, ſeine Liebe zur Wiſſenſchaft, in der ewigen Stadt den größten Eindruck hervorgebracht hatte, war ein Jahr zuvor von dem Papſt Paul III. mit dem römiſchen Purpur beehrt worden.
Er war im Jahr 1525 geboren und zählte alſo in dem Zeitpunkt, wo wir jetzt angelangt ſind, vier⸗ unddreißig Jahre. Er war ein verſchwenderiſcher, prachtliebender, ſtolzer Cavalier und ſagte, wie ſeine Gevatterin Catharina, wenn man ihm die Erſchö⸗ pfung der Finanzen vorhielt:„Man muß Gott um Alles loben; aber man muß leben.“
Seine Gevatterin Catharina, da wir ihr dieſen vertrauteu Namen einmal gegeben haben, war wirk⸗ lich in der vollen Bedeutung des Wortes ſeine Gevatterin; ſie würde damals keinen Schritt gethan haben, ohne den Herrn Cardinal von Lothringen zu Rath zu ziehen. Dieſe Vertraulichkeit erklärt ſich durch die Herrſchaft, welche der Cardinal über die Königin⸗Mutter ausübte, und gibt den Schlüſſel zu der unbeſchränkten Macht der abſoluten Gewalt des Hauſes Lothringen am franzöſiſchen Hof.
Als daher die Frau Admiralin den Cardinal


