Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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bereits in ihr vierzigſtes Jahr, und wenn die Farbe ihrer Kleider den Tod in ſeiner ganzen kalten Strenge vor Augen führte, ſo enthüllten ihre leb⸗ haften, durchdringenden, von beinahe übernatür⸗ lichem Glanz ſtrahlenden Augen das Leben in ſeiner ganzen Kraft und Schönheit. Ueberdieß die elfen⸗ beinerne Weiße ihrer Stirne, der Glanz ihres Teints, die Reinheit, der Adel, die Strenge ihrer Geſichtszüge, die Unbeweglichkeit ihrer Phyſiogno⸗ mie, wogegen die Beweglichkeit ihrer Augen unauf⸗ hörlich contraſtirte, alles das machte dieſen Kopf zur Maske einer römiſchen Kaiſerin; vom Proſil geſehen, mit dem feſten Auge und den unbewegli⸗ chen Lippen hätte man ſie für eine antike Camee gehalten.

Gleichwohl hatte dieſe gewöhnlich düſtere Stirne ſich ſo eben aufgeklärt; dieſe meiſt unbeweglichen Lippen hatten ſich ſo eben halb geöffnet und be⸗ wegt, und als die Frau Admiralin eintrat, hatte ſie Mühe einen Ausruf der Ueberraſchung zurück⸗ zuhalten, weil ſie dieſe ſonſt ſo ernſthafte Frau lächeln ſah.

Aber ſie errieth bald, woher der Wind wehte.

Bei der Königin befand ſich der hochwürdigſte Herr Cardinal von Lothringen, Erzbiſchof von Reims und von Narbonne, Biſchof von Metz, von Toul und von Verdun, von Therouanne, von Lugon, von Valence, Abt von Saint⸗Denis, von Fecamp, von Cluny, von Marmoutiers u. ſ. w.

Der Cardinal von Lothringen, mit dem wir uns ſchon beinahe ſo oft wie mit der Königin Ca⸗ tharina ſelbſt beſchäftigt haben, da er in der Ge⸗