Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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II. Die Porten der Bönigin-Mutter.

Das mit braunen Stoffen ausgelegte und mit dunklem eichenem Getäfel eingefaßte Zimmer, wel⸗ ches Catharina von Medici im Louvre bewohnte, ſo wie das lange Trauerkleid, das ſie als Wittwe von etlichen Monaten in dieſem Augenblick und überdieß für den Reſt ihres Lebens trug, machten auf den erſten Blick einen traurigen Eindruck; aber man brauchte nur über den Thronhimmel, unter welchem ſie ſaß, hinaufzuſchauen, um ſich zu über⸗ zeugen, daß man ſich in keiner Todtenſtadt befand.

In der That ſtrahlte über dieſem Thronhimmel ein Regenbogen, von einer griechiſchen Deviſe ein⸗ gefaßt, welche der König ſeiner Schwiegertochter gegeben hatte, und die ſich, wie wir ſchon ander⸗ wärts geſagt zu haben glauben, mit den Worten wieder geben ließ: Ich bringe das Licht und die Heiterkeit.

Wenn übrigens dieſer Regenbogen als eine Brücke zwiſchen der Vergangenheit und der Zukunft, zwiſchen einer Trauer und einem Freudenfeſt nicht genügt hätte den Fremden aufzuheitern, der plötz⸗ lich in dieſes Zimmer gerathen wäre, ſo hätte er blos ſeine Augen unter den Thronhimmel zu ſenken gebraucht, um das wahrhaft ſchöne Geſchöpf, das in dieſem Lehnſtuhl ſaß und Catharina von Medici hieß, umgeben von ſieben jungen Damen, welche man die königliche Plejade nannte, anzuſchauen.

Im Jahr 1519 geboren, ging Lorenz's Tochter