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Prieſterin der Venus, hatte ſie ſich mit der hei⸗ ligen Blüthe geſchmückt.
Als das junge Mädchen jetzt allein im Zimmer war oder wenigſtens ſich allein glaubte, begann ſie kokett und verliebt ſich im Spiegel zu betrachten, bog mit ihren roſigen Fingerſpitzen ihre ſchwarzen, ſammtweichen Augenbrauen und drückte ihre flache Hand auf die goldene Garbe ihrer Haare.
So geſchmückt und in einer Poſitur, die ihre feine und geſchmeidige Taille hervorhob, wiegte ſich das junge Mädchen, friſch wie Quellwaſſer, roth wie eine Morgenwolke, heiter wie die Jungfrau⸗ ſchaft, lebendig wie jene erſten Frühlingspflanzen, die voll Lebensdrang den lezten Schnee durchbre⸗ chen, vor dem Spiegel, und ſo glich ſie, wie La⸗ noue geſagt hatte, der Venus Cytherea, aber der Venus in ihrem vierzehnten Jahr, am Morgen wo ſie, am Ufer ſtehend, im Begriff ihren Einzug im himmliſchen Hofe zu halten, ſich zum lezten Mal im Spiegel des Meeres betrachtete, noch abgekühlt von ſeiner lezten Berührung.
Nachdem ſie ihre Augenbrauen krumm gebogen, ihre Haare geglättet, durch einen Augenblick Ruhe ihren Wangen, welche ein unruhiger und haſtiger Gang allzu warm bepurpurt hatte, ihren roſigen Ton wiedergegeben, gab das junge Mädchen die Beäugelung ihres Geſichtes im Spiegel auf; ihre Augen ſenkten ſich vom Hals auf die Schultern und ſchienen ihre Bruſt zu ſuchen, die in dunſtigen Spitzenwogen, jenen Wolken gleich, welche der erſte Hauch des Nordwinds verjagt, verloren war.
Sie war ſo ſchön mit ihren feuchten Augen,


