172
machen, wenn ſie aus den Brunnen in die Becken herabfallen.
Es war eine Art von Geknitter, wie wenn man ein ſeidenes Kleid unter die Hand bekommt.
Woher kam es?
Augenſcheinlich konnte dieſes allerliebſte Battiſt⸗ tüchlein nicht aus eigenem Antrieb und vermöge ſeiner eigenen Willenskraft ein Geräuſch erregen, das für ihn eine ſo entſchiedene Wirklichkeit hatte.
Verwundert über dieſes Geräuſch wickelte der Prinz ſorgfältig das Schnupftuch auf, das ihm naiv ſein Geheimniß überlieferte.
Es war ein zuſammengerolltes Papierchen, das ſich, ohne Zweifel aus Verſehen, in den Falten die⸗ fes Schnupftuchs befand.
Dieſes Billet ſchien nicht blos von demſelben Parfum durchduftet zu ſein, wie das Schnupftuch, ſondern dieſes allerliebſte Parfum kam vielleicht nicht von dem Schnupftuch, ſondern von dem Billet.
Herr von Conds ſchickte ſich an das Papierchen zwiſchen dem Daumen und dem Zeigefinger zu faſ⸗ ſen, und zwar ſo ſorgfältig wie ein Kind, das einen auf einer Blume ſitzenden Schmetterling an den Flügeln zu ergreifen wünſcht; aber wie der Schmet⸗ terling dem Kind entwiſcht, ſo entwiſchte das Billet, durch einen Windſtoß entführt, Herrn von Condé.
Herr von Condé ſah es in der Nacht wie eine Schneeflocke flattern und ſprang ihm mit noch weit größerer Haſt nach, als ein Knabe ſeinem Schmet⸗ terling nachjagt.
Unglücklicher Weiſe war das Papier mitten unter die für die Polaſtbauten zugehauenen Steine


