Man hatte keine unglückliche Schlacht nach Art der von St. Quentin zu beklagen: man zog alſo nicht wie im Jahr 1557 mit dem Reliquienkäſtchen der heiligen Genovefa umher, um den Schutz Got⸗ tes zu erlangen.
Nichtsdeſtoweniger war es augenſcheinlich, daß dieſe ungeheure Volksmaſſe, die ſich auf dem Platz der alten Abtei verſammelt hatte, irgend eine große Feier begehen wollte. Aber welche Feier?
Sie war nicht religiös, denn, obſchon man da und dort unter der Menge einige Mönchskutten be⸗ merkte, ſo waren dieſe verehrungswürdigen Gewande doch nicht in genügender Anzahl vorhanden, um dem Feſt einen religiöſen Charakter zu geben.
Sie war nicht militäriſch, denn der Kriegerſtand war nur ſchwach vertreten, und die anweſenden Mitglieder deſſelben hatten weder Partiſanen noch Musketen.
Sie war nicht atiſtokratiſch, denn man ſah über den Köpfen nicht die wappengeſchmückten Fahnen der Edelleute, noch die Federbüſche auf den Cas⸗ ketten der vornehmen Herren flattern.
Was in dieſer tauſendfarbigen Menge, wo Edel⸗ leute, Mönche, Diebe, Bürgersfrauen, Freudenmäd⸗ chen, Greiſe, Hanswurſte, Zauberer, Zigeuner, Hand⸗ werker, Bettelreimer, Verkäufer von Kräuterbier, die Einen zu Pferd, die Andern zu Mauleſel, Dieſe zu Eſel, Jene in Kutſchen— man hatte juſt in die⸗ ſem Jahr die Kutſchen erfunden— ſich unter ein⸗ ander drängten, und deren Mehrzahl gleichwohl hin und herging, ſich herumſtieß, herumwimmelte und ſich abmühte, um in den Mittelpunkt des Platzes zu ge⸗


