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mich nicht gerufen hätte. Obgleich ich mir vorgenom⸗ men, Dir von dieſer Sache nichts mitzutheilen, um Dir Kummer zu erſparen, ſo nimmt ſie doch jetzt einen ſo ernſten Charakter an, daß ich es für meine Pflicht erachte, Dich davon in Kenntniß zu ſetzen.“ — Entſetzlich! rief Wilhelm, und fuhr fort: „Denke Dir, geliebter Freund, was mir dieſen Mor⸗ gen begegnet. Von einer übermäßigen Traurigkeit be⸗ fallen, deren Grund ich wohl nicht nöthig habe, Dir anzugeben, ſitze ich da, als Herr Van⸗Dick mich der⸗ geſtalt peinigt, daß ich in Thränen ausbrach. Jetzt zweifele noch, daß ich Dich liebe!— Kurz, ich flüchtete mich in mein Zimmer und weinte recht von Herzen. Herr Van⸗Dick war ausgegangen und ich wollte den Tag einſam in der Erinnerung an Dich verleben. Da ſtellt ſich mir plötzlich Herr Triſtan vor.
„Da ich nichts anderes vermuthen konnte, als daß er wegen ſeines Betragens vom vorigen Abend ſich zu entſchuldigen käme, ſo glaubte ich ihn empfangen zu müſſen; aber ich werde Dir nie alles mittheilen kön⸗ nen, was ſich nun ereignete, ich würde erröthen, wenn ich Dir das ſagen wollte, was mir dieſer Menſch geſagt hat. Nur ſo viel wiſſe, daß er ſich ſolche Worte er⸗ laubte, die mir Thränen der Scham erpreßten, und


