Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
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Ach, ich bin ſehr traurig! Geſtern ließ ich das Fenſter die ganze Nacht offen, als ob ich Dich immer noch erwartete. Aber Du kamſt nicht! Ich habe kein Auge geſchloſſen Um mich zu zerſtreuen, ſetzte ich mich an mein Piano und um zwei Uhr Morgens mußte man mir ſagen, daß ich das ganze Haus beunruhige. Indem ich nur an Dich dachte, hatte ich die Zeit vergeſſen. Wir war, als ob dieſe Muſik auch Dich wachend finden müſſe, wie Deine Euphraſia es war, daß Du ihren Ng⸗ men unaufhörlich flüſterteſt, wie ſie den Deinigen flüſterte.

Du biſt glücklicher, als ich, denn Du haſt mein Portrait, mir giebt nur mein Herz Dein Bild zurück. Berr Triſtan hat mir geſagt, daß er meinen Auftrag erfüllt und Dir das Portrait ausgehändigt habe, ich, um Dir eine Ueberraſchung zu bereiten, heimlich für Dich anfertigen ließ. Gefällt es Dir? Biſt Du glücklich? O ſchreibe mir, mein angebeteter Wilhelm, und wiederhole mir oft, daß Du mich liebſt. Dieſes Wort iſt ſo ſüß für eine Frau, die nie geliebt hat und endlich fühlt, daß ſie liebt! Und dennoch muß ich Dir, trotz meiner Liebe für Dich, einen Kummer bereiten. Ich habe lange gezögert, ihn Dir mitzutheilen, aber ich fühle mich Deiner unwürdig, wenn mein Herz Dir etwas zu verbergen hat.

das