— 167—
und gedemüthigt! murmelte Madame Van⸗Dick. Ich werde n mich aber zu rächen wiſſen, mein Herr Triſtan!
⸗— Verzeihung, Madame, antwortete Triſtan, indem e er ſeine vorige Ruhe wieder annahm, ich glaube, der Zorn
läßt Sie die Wahrheit vergeſſen. Ich habe verſucht, einem geleiſteten Eide treu zu bleiben, und anſtatt mir zu dan⸗
t ken, daß ich Sie vor wahrſcheinlichen Gewiſſensbiſſen ſicher 6 ſtellen will, behandeln Sie mich wie einen Bedienten.
n— Welchen Eid haben Sie denn geleiſtet, mein Herr? 3 — Ich habe geſchworen, Ihnen nie mehr als ein Freund zu ſein. — Und wem? 3
iuut Hepn Wilhelm, Madame. 4
— Was für ein Recht hat Herr Wilhelm, dieſen Eid von Ihnen zu verlangen?
— Er hat mir geſagt, daß er Sie liebt, daß Sie ſchon ſeit langer Zeit ſeine Geliebte find und daß er eifer⸗ ſüchtig auf mich iſt. Auf dieſes Geſtändniß habe ich ihm
verſprochen, Sie ſtets als eine geheiligte Schweſter zu be⸗ trachten, und dieſes Verſprechen zu halten war um ſo ſchwieriger, da Sie ſchön ſind, Madame, und da auch ich Sie liebe, wie ich Ihnen bereits mir zu ſagen erlaubte. — Und wer hat Sie gezwungen, dieſes Verſprechen abzugeben? fragte Euphraſia, die einſah, daß kein Mittel


