Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
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Wache einmal müde wurde und dem Schützlinge einen Irrthum erlaubte, ebenſo auch läßt ſich die Unentſchloſſen⸗ heit erklären, welche der muſikaliſchen Einladung Euphra⸗ ſia's antwortete. Er hatte Wilhelm einen heiligen Eid geſchworen, das iſt wahr; er fand, oder vielmehr er hatte lange Zeit ſchon Euphraſia ſehr lächerlich gefunden, das iſt auch wahr: aber Wilhelm war fern, er konnte nichts bemerken. So lange die Welt ſteht, find Meineide die⸗ ſer Art unzählige geſchworen und die Natur hat vor Ent⸗ ſetzen darüber nicht gebebt, ſie hat die Erinnerung daran nicht einmal bewahrt. Hinter dem Horizonte, den die Schatten des Abends verhüllten, gab es ſehr viel Kirch⸗ höfe, auf dieſen Kirchhöfen viel Gräber und in dieſen Gräbern lagen ſehr viel Leute, welche denſelben Verfüh⸗ rungen unterlegen, die unſern Helden verfolgten; gute und böſe, treue und meineidige Liebhaber hatte der Tod hin⸗ weggerafft, ſie lagen friedlich in einer und derſelben Erde, unter einer und derſelben Decke.

Solche Gedanken ſteigen in einem Manne auf, der, wie Triſtan, im Begriffe ſteht, eine That zu vollbringen, welche die Monotonie ſeines Lebens zu einer verdächtigen ſtempelt. Wäre Triſtan in ſeinem früher freien Stande als junger Mann auf einen Sandlungsbefliſſenen von Wilhelm's Schlage geſtoßen, und dieſer Handlungsbefliſ⸗