Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
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Triſtan ihr Portrait behalten habe, hatte ihm keine wört⸗ lichen Vertraulichkeiten mehr zu eröffnen, mit Innigkeit, die vielleicht ihre einzige Tugend war, legte ſie ihren Kopf auf die Schulter ihres geträumten Geliebten und in dem Drucke ihrer Arme fühlte Triſtan eine von jenen ſtar⸗ ken, unbändigen Naturen, die wohl zuweilen müde, aber nie zu ſättigen ſind.

Triſtan war nicht von Erz, auch er erlag der glü⸗ henden Luft, die ſich in Euphraſia zu conrentriren und, von ihr wieder ausſtrömend, ſich noch brennender über ihn zu ergießen ſchien. Es iſt wahr, er hatte auf ein „Liebſt Du mich?“ das ihren Lippen entquoll, und in das die bürgerliche Phryne das ganze Feuer ihres Blutes gelegt, nichts geantwortet; aber ungeachtet des Wilhelm gegebenen Verſprechens, das in rothen Zügen über den Blättern der Bäume webte und das Triſtan's verwirrter Kopf zu bannen ſuchte, konnte er ſich dennoch nicht er⸗ wehren, Euphraſita's häufiges Drücken zu erwidern, er konnte ſeine Augen von dieſem halbentblößten Buſen nicht abwenden, den ihm das bleiche Licht der Sterne wie un⸗ ter einer Perlenmutterhülle zeigte und ſein heißer Kopf konnte den verlangenden Athem der Frau nicht abwehren, die er in ſeinen Armen hielt. Noch ſchwankte Triſtan, als ſich Lotte's Stimme vernehmen ließ.