Wie man ſieht, war Euphraſia Van⸗Dick eine Per⸗ ſon, an die ein Mann von etwas mehr als gewöhnlicher Bildung nicht denken konnte.
Schon nach Verlauf von zwei Stunden hatte Triſtan von allem, was wir hier angedeutet haben, den Beweis und ein leiſe ausgeſtoßenes„Hm!“ zeigte an, daß ſeine Wahrnehmungen nicht zu Euphraſia's Vortheil bei ihm ausgefallen waren.
An der Seite dieſer Dame ſaß Herr Wilhelm. Dieſer junge Mann war eben ſo kräftig als ſeine Nachbarin, aber eine enge Halsbinde und ein enger Rock mit engen Aer⸗ meln hatten ihn dergeſtalt eingeſchnürt, daß man einen ſteifern Menſchen, wie er repräſentirte, nicht leicht ſehen konnte. Herr Wilhelm hatte hellblondes Haar, kaum ſicht⸗ bare Augenbrauen, hellblaue Augen, rothe Backen und rothe Hände. Eine bemerkenswerthe Doſis Geiſt ſchien er nicht zu beſitzen, er war aber dabei, wie es in der Regel nicht der Fall zu ſein pflegt, nicht anmaßend, und ſprach kein Wort. Oſt hatte er ſchon den Mund zum Reden geöffnet und Triſtan ſchien, aus Artigkeit, mit großer Auf⸗ merkſamkeit auf das zu warten, was der Commis ſagen wollte; aber ſtets ward Herr Wilhelm durch dieſe Auf⸗ merkſamkeit ſo verwirrt, daß er, um ſich zu beſchäftigen, ungeheuere Biſſen in den halbgeöffneten Mund ſchob, wo⸗


