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Heinrich IV / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von Gottlob Fink
Entstehung
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Mein Gott, rief er,erbarme Dich meiner Seele und vergib mir mein Verbrechen; aber ſtrafe mich mit dem ewigen Feuer, wenn ich nicht Alles geſagt habe.

Beim zweiten Keil fiel er in Ohnmacht.

Man hielt es nicht für gerathen weiterzugehen, und der Henker bemächtigte ſich ſeiner Perſon.

Wie alle Fanatiker, hatte er ſein Verbrechen nach ſeiner eigenen Meinung beurtheilt und glaubte das Volk würde ihm Dank dafür wiſſen. Er war daher äußerſt verblüfft, als er ſich beim Herauskommen aus der Conciergerie mit Hohngeſchrei, Drohungen und Verwünſchungen empfangen ſah.

Mitten unter dem Geheul des Volkes kam er nach Notre⸗Dame. Hier warf er ſich mit dem Ge⸗ ſicht auf die Erde, küßte das Ende ſeiner Fackel und zeigte eine tiefe Reue.

Dieß war um ſo auffallender, als er vor der Abführung aus dem Gefängniß den König noch ge⸗ läſtert und ſich ſeiner Unthat laut gerühmt hatte.

Die Sinnesänderung, die auf dem kurzen Weg nach dem Schaffot in ihm vorgegangen, war gründ⸗ lich und ganz vollſtändig. Als er von dem Karren herabſteigen ſollte, ermahnte ihn der Doctor Tilſac, der ihm beiſtand und die Abſolution ertheilen wollte, er ſolle die Augen zum Himmel aufſchlagen.

Aber er antwortete:

Das will ich nicht thun, mein Vater, denn ich bin nicht werth ihn anzuſehen.

Als er ſodann die Abſolution empfangen hatte, ſagte er:

Mein Vater, Eure Abſolution mag in ewige