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Heinrich IV / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von Gottlob Fink
Entstehung
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Königin abgewartet, weil er, wie er ſagte, dieſe große Fürſtin nicht um eine ſo wohlverdiente Ehre bringen wollte.

Gleichwohl hätte er, wenn er nicht an dieſem letzten Tag Gelegenheit zur Ausführung ſeines Pla⸗ nes gefunden hätte, nach Angouleme zurückkehren müſſen, denn er beſaß kaum noch zwei Franken.

Aber im Augenblick, wo es auf der Thurmuhr von Saint⸗Innocents halb vier ſchlug, wurde der Mord vollbracht.

Der Mörder war ins Hotel Retz gebracht wor⸗ den. Um ihn leichter zum Geſtändniß zu bewegen, ſagte der Präſident Jeannin beim erſten Verhör zu ihm, der König ſei nicht todt.

Aber er ſchüttelte den Kopf und antwortete:

Ihr täuſchet mich: das Meſſer iſt ſo tief ein⸗ gedrungen, daß ich mit meinem Daumen das Wamms berührt habe.

Unter den Papieren, die er bei ſich hatte, befand ſich ein Gedicht in Stanzen, auf einen Mann ge⸗ macht, den man zur Richtſtätte führt. Auf die Frage, woher er es habe, antwortete er:

Von einem Apotheker in Avignon, der Verſe und mich wegen dieſer da um Rath gefragt

at.

Am 15. Mai wurde er in die Conciergerie des Palaſtes gebracht und daſelbſt von dem Präſidenten von Harlay, dem Präſidenten Blancmesnil, ſowie den Räthen Boin und Courtin verhört. Aber er beharrte bei ſeiner Behauptung, daß kein Mitſchul⸗ diger vorhanden ſei, daß er einer Stimme von oben gehorcht und, da er in Erfahrung gebracht, daß der