habe. Als nun Heinrich ſah, daß die Feſtung wirk⸗ lich uneinnehmbar war, ſo verzichtete er auf ſein Unternehmen, und um bei Frau von Guercheville ein freundliches Andenken an dieſe Liebe zu hinter⸗ laſſen, verheirathete er ſie mit Karl Dupleſſis, Herrn von Liancourt, Grafen von Beaumont, Ritter der Orden des Königs. Dabei ſagte er zu ihr:
„Da Ihr in Wahrheit eine Dame von Ehre ſeid, ſo ſollt Ihr Ehrendame der Königin werden, wer auch diejenige ſein mag, die ich als Ehegemahl auf den Thron ſetzen werde.“
Und er hielt wirklich Wort: die Marquiſe von Guercheville und ſpäter Gräfin von Beaumont war die erſte Ehrendame, welche der König ſeiner Ge⸗ mahlin, Maria von Medici, vorführte.
Währgnd Frau von Euercheville durch den Wi⸗ derſtand, den ſie dem König von Navarra leiſtete, die Verwunderung ihrer Zeitgenoſſen erregte, trö⸗ ſtete ſich Heinrich bei den Gunſtbezeugungen, welche Charlotte des Eſſarts, Gräfin von Romorantin, ihm gewährte.
Aus dieſer Verbindung gingen zwei Töchter her⸗ vor: Johanna Baptiſte von Bourbon, die im März 1608 legitimirt wurde, und Marie Henriette von Bourbon, die im Februar 1629 als Aebtiſſin von Chelles ſtarb.
Die erſte war eine ausgezeichnete Dame. Imn Jahr 1635 zur Aebtiſſin von Fontevrault ernannt, machte ſie durch ihren Eeiſt, ihre Talente und ihre Feſtigkeit ihrem Orden große Ehre. Sie erlangte ſogar eine königliche Verordnung, wodurch den Prio⸗ ren ihres Ordens befohlen wurde ihr im mündli⸗


