teten, den ſie dem Einen vor dem Andern geben könnte.“
Heinrichs Leidenſchaft für dieſe Dame hatte den höchſten Grad erreicht, als er aus dem Louvre ent⸗ floh; wie wir bereits geſagt, reiste er, ſei es nun in Folge des Einfluſſes der Frau von Sauve oder weil er Verrath fürchtete, von Paris ab, ohne ſei⸗ ner Gemahlin ein Wörtchen zu ſagen. Sehr gerne hätte er wenigſtens ſeine Maitreſſe mitgenommen, aber das war unmöglich.
„Die ſchöne Dayelle brachte,“ ſagt Margareth, „dem Herzen des Königs eine augenblickliche Zer⸗ ſtreuung, ſo lange er von ſeiner Circe getrennt war, deren Reize durch die Entfernung ihre Macht ver⸗ loren hatten. Aber als die ſchöne Dayelle mit der Königin Mutter wieder abgereist war, wurde der Briefwechſel von Neuem angeknüpft, und nun ent⸗ floh ihrerſeits Frau von Sauve aus Paris, um ſich zu dem König nach Pau zu begeben.
Unglücklicherweiſe hatte ſie es gar zu lange an⸗ ſtehen laſſen, Und der König hatte ſich auf einer Reiſe nach Agen in Catharina du Luc verliebt. Sie war das ſchönſte Mädchen der Stadt und ihre Schönheit ſtürzte ſie ins Elend. Heinrich IV hatte eine Tochter von ihr, aber da die Ereigniſſe ihn von ihr trennten, und Heinrich IV vergeſſen hatte zu ſorgen, ſo verhungerten Mutter und
ind.
Ah, dieſer Heinrich IW war ein ſehr vergeßli⸗ cher Liebhaber, Freund und König, und überdieß war er— d'Aubigné weiß ein Liedchen davon zu ſingen— ſehr geizig.


