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Dieſe üble Nachrede ſcheint nicht ganz auf Ver⸗ leumdung zu beruhen, denn in den Memoiren Sul⸗ lys findet man von Heinrichs 1V eigener Hand folgende Zeilen:
„Unſer erſter Haß begann zur Zeit wo wir Beide als Gefangene am Hof waren. Da wir nicht wuß⸗ ten, womit wir uns unterhalten ſollen, weil wir nicht oft ausgingen und keine andere Leibesübung hatten, als Wachteln in meinem Zimmer fliegen zu laſſen, ſo verkürzten wir uns die lange Weile da⸗ mit, daß wir den Damen ſchön thaten; und ſo ver⸗ liebten wir uns Beide in eine und dieſelbe Schön⸗ heit, nämlich Frau von Sauve, die ſich gegen mich ſehr freundlich erzeigte, ihn aber in meiner Gegen⸗ wart anfuhr und verächtlich behandelte, ſo daß er ganz wüthend wurde.“
Der Haß zwiſchen den beiden Prinzen ſtieg auf einen ſolchen Grad, daß ſie im Begriff ſtanden ein⸗ ander in einem Duell ohne Zeugen zu ermorden, was nur dadurch verhindert wurde, daß Heinrich IV, wie wir bereits geſagt haben, äußerſt vorſichtig war, der Herzog von Alengon aber noch weit mehr.
Dieſer Haß hatte eine eigenthümliche Folge: ſie blieben ſchrecklich eiferſüchtig auf einander, wa⸗ ren es aber gar nicht mehr gegenüber von Fremden.
„So daß,“ ſagt Margareth in ihren Memoiren, „obſchon die Dame von Sauve von dem Herzog von Guiſe, von Du Guaſt, von Souvray und meh⸗ reren Andern geliebt wurde, die ſämmtlich mehr Gunſt genoſſen als der König von Navarra und der Herzog von Alengon, dieſe Beiden ſich gar nicht darum bekümmerten, ſondern nur den Vorzug fürch⸗


