Druckschrift 
Heinrich IV / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von Gottlob Fink
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24

zeſſin in ihren Memoirenweil ich mir wohl denken konnte, daß die Trennung nichts anderes als das Verderben meines Gemahls bezweckte.

Daher kam es enn auch, daß Heinrich, ſei es nun aus Gleichgültigkelt, ſei es aus Dankbarkeit, ſei es vielleicht mehr noch aus Berechnung, nicht blos zu der lockeren Aufführung ſeiner Gemahlin die Augen zudrückte, ſondern ſie zuweilen ſogar mit ihren Lieb⸗ habern verſöhnte.

Dieß that er z. B. mit dem Vicomte von Tu⸗ renne, der ſpäter Herzog von Bouillon wurde.

Man höre, er ſelbſt wird uns erzählen, wie er ſich dabei anſchickte:

Auf dieſe erſten Liebhaber, die einander zu verſchiedenen Zeiten ablösten denn die große Anzahl wird mich entſchuldigen, wenn ich ihre Rei⸗ henfolge nicht recht anzugeben weiß folgte alſo der Vicomte von Turenne, der bekanntlich kein

Koſtverächter war, und den ſie gleich ſeinen Vorgän⸗

gern bald verabſchiedete, weil ſie fand, daß ſeine Taille in keinem Verhältniß ſtand mit. ſie ver⸗ glich dieſelbe mit den leeren Wolken, die nur von außen etwas gleich ſehen. Der traurige Liebhaber gerieth darüber in Verzweiflung und wollte nach einem thränenreichen Abſchied ſich in irgend einer fernen Gegend begraben, aber ich, der ich das Geheimniß kannte, jedoch im Intereſſe der reformirten Kirche mir die Miene gab, als ob ich nichts davon wüßte, gab meiner keuſchen Gemahlin ganz ausbrück⸗ lich auf, ihn zurückzurufen, was ſie auch that, aber ſehr ungern.