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„Nachdem man ſie geſehen, gibt es nichts mehr zu ſehen, und ich möchte beinahe jene Pilger von Mekka nachahmen, die ſich, wenn ſie das Grab ihres Propheten geſchaut haben, aus Frömmigkeit die Augen ansſtechen, um ihre Blicke durch keinen an⸗ dern Gegenſtand mehr zu entweihen.“ S
Bei allem Dem war Heinrich von Navarra ſei⸗ ner Gemahlin zu großem Danke verpflichtet.
Zuvörderſt iſt es beinahe gewiß, daß ſie ihm in der Bartholomäusnacht das Leben rettete, und daß nur ſeine Eigenſchaft als Gemahl der Schweſter des Königs ihn ſchützte.
Deßhalb wollte auch die Königin Mutter ihm dieſe Eigenſchaft entziehen.
Sie ging zu Margareth, ſagte ihr, daß der Her⸗ zog von Guiſe ſie aufs leidenſchaftlichſte liebe und über ihre Vermählung in Verzweiflung ſei; wegen der Trennung ihrer Ehe habe ſie ſich nicht zu beun⸗ ruhigen, denn ſie brauche blos zu ſagen, daß ihre Ehe nicht vollzogen worden ſei, ſo werde ſie die Scheidung ganz leicht erlangen. 2
Aber die züchtige Prinzeſſin, welche begriff, daß man den Tod eines Mannes von ihr verlangte, und die ſo gutherzig war, daß ſie beinahe in Ohnmacht fiel, wenn ſie Jemand leiden ſah, die züchtige Prin⸗ zeſſin antwortete:
„Ich bitte Euch, Madame, mir zu glauben, daß ich von Dem, was Ihr von mir verkangt, ganz und gar nichts verſtehe, und daß ich folglich nicht darauf antworten kann; aber man hat mir einen Gemahl gegeben und ich will ihn behalten.“
„Und ich antwortete ſo“— ſagt die ſchöne Prin⸗


