Druckschrift 
Heinrich IV / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von Gottlob Fink
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Köpfe weg, trugen ſie in ihre Caroſſen und begru⸗ ben ſie mit ihren allerliebſten Händchen in der Ka⸗ pelle St. Martin unter dem Montmartre.

Im Uebrigen war die Königin Margot dieß la Mole wohl ſchuldig; denn der ſchöne Edelmann hatte ſie heiß geliebt, er hatte ihretwegen conſpirirt und noch beim Hinaufſteigen auf das Schaffot einen Muff geküßt, den ſie ihm zum Geſchenk gemacht.

La Mole iſt es, der in einem auf Anſtiften der Königin Margareth gedichteten Liede vom Kardinal du Perron als Hyaeinth aufgeführt iſt, und wäre nicht Saint⸗Luc zu der armen Dame nach Nerac gegangen, wo es ſeiner Zärtlichkeit gelang ihr Herz ein wenig zu zerſtreuen, ſo würde ſie vermuthlich lange Zeit gebraucht haben, um ſich über ihren Verluſt zu tröſten.

Freilich, ſagt ihr Gemahl ſelbſt,kam Buſſy von Amboiſe dieſem Saint⸗Luc bei ſeinem ſchwieri⸗ gen Tröſtungsgeſchäft zu Hülfe, und als ihre Trau⸗ rigkeit immer noch nicht weichen wollte, ſo nahm ſie auch noch Mayenne dazu.

Im Uebrigen muß die Königin von Navarra trotz der beiden Mängel, die wir ihr vorgeworfen haben, nämlich eines etwas zu langen Geſichtes und etwas zu ſehr herabhängender Wangen, ſehr ſchön geweſen ſein, denn als einige Zeit nach der Bar⸗ tholomäusnacht der Herzog von Anjou zum König von Polen ernannt wurde, und eine polniſche Ge⸗ ſandtſchaft nach Paris kam, äußerte ſich Lasco, das Haupt derſelben, nach der Audienz, welche die Kö⸗ nigin Margareth ihm und ſeinen Gefährten gegeben, wörtlich folgendermaßen: