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Gemahlin, die ihn nicht mehr geſehen hatte, ſeit er mit dreizehn Jahren den Hof verlaſſen, auf den erſten Blick ungemein gefallen.
Die Herrn von Souvray, ſpäter Hofmeiſter Ludwigs KllI, und von Pluvinel, erſter Stallmei⸗ ſter, führten der Prinzeſſin ihren Verlobten zu.
Als ſie ihn bemerkte, rief ſie:
„Oh wie ſchön er iſt! welch herrlicher Wuchs, und wie glücklich ſich der Chiron ſchätzen muß, der einen ſolchen Achilles erzieht!“
Dieſer Ausruf mißfiel dem Oberſtallmeiſter, der nicht viel ſcharfſinniger war als ſeine Pferde, höchlich.
„Habe ich es nicht vorher geſagt,“ ſagte er zu Souvray,„daß dieſes boshafte Weib uns irgend eine Beleidigung ſagen würde?“
„Wie ſo?“
„Habt Ihr denn nicht gehört?“
„Was denn?“
„Sie hat uns Chiron genannt.“
„Das iſt für Euch nur eine halbe Beleidigung, mein lieber Pluvinel,“ ſagte Herr von Souvray; „Ihr habt von Chiron weiter nichts als das Hin⸗ tergeſtell.“
Margareth von Valois, Schweſter des Königs Carl IX, war übrigens eine ſehr ſchöne, ſehr ge⸗ lehrte und ſehr geiſtreiche Prinzeſſin. Das Einzige was man ihr vorwerfen konnte, war, daß ſie ein etwas langes Geſicht und etwas herabhängende Wangen hatte, ſonſt Nichts.. Doch wir täuſchen uns, man warf ihr noch etwas Anderes vor, und beſonders that dieß ihr Gemahl— man warf ihr vor, daß ſie ſehr leichtfertig ſei.
Dumas, Heinrich 1v. 2


