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ſich ſo wacker ſchlug, wenn er einmal warm gewor⸗ den, von Natur nicht tapfer war; wenn er rufen hörte: da ſind die Feinde, ſo ging in ſeinem Leib eine Umwälzung vor, die er nicht immer zu bemei⸗ ſtern vermochte.
Bei dem Scharmützel von Roche⸗l'Abeille, einem der erſten, denen er anwohnte, fühlte er, daß trotz ſeines feſten Entſchluſſes ſich tapfer zu halten, ſein Körper von Kopf zu Fuß zitterte, obſchon er ziem⸗ lich entfernt vom Feuer war.
„Hah, ſchlechtes Gerippe,“ ſagte er,„Du zitterſt? Nun wohl ventrersaint-gris! Du ſollſt auch wiſſen, warum Du zitterſt.“
Und er ſtellte ſich mitten ins Gewehrfeuer auf einen ſo gefährlichen Poſten, daß ſeine beiden Freunde Segur und Larochefoucauld, die nicht wußten warum er dieſe Stellung gewählt hatte, ihn für verrückt hielten und mit eigener Lebensgefahr von da ab⸗ holten.
Man weiß, wie dieſer dritte Bürgerkrieg endete. Nachdem die Hugenotten geſchlagen und der Prinz von Condé ermordet worden, kam Königin Catharina auf den Einfall die Ketzer im Reiche mit einem einzigen Schlage abzuthun. Sie heuchelte eine große Frie⸗ densliebe, erklärte es für ſinnlos, daß Franzoſen einander ſelbſt umbringen, während die wahren Feinde in Spanien ſeien, und ſchlug den hugenottiſchen Häup⸗ tern einen Vergleich vor. Die ſeit langer Zeit be⸗ ſchloſſene Verbindung zwiſchen Carl IX und Jo⸗ hanna von Albret ſollte vollzogen werden; man würde den König von Navarra mit Margareth von Volois vermählen, und nicht blos als Bundesgenoſ⸗


