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„Ihr lügt, Madame!“ ſprach Gabriel voll Heftig⸗ keit;„Ihr müßt lügen! Gebt einen Beweis, daß Ihr nicht lügt!...
„Hier iſt er,“ antwortete gelaſſen Diana von Poi⸗
tiers, und reichte ihm ein Papier, das ſie aus ihrem
Buſen zog.
Gabriel ergriff das Papier mit zitternder Hand und las es gierig.
„Es iſt,“ fuhr Frau von Poitiers fort,„es iſt ein Brief von Eurem Vater geſchrieben, einige Tage vor feiner Einkerkerung, wie Ihr ſeht. Er beklagt ſich darin über meine Strenge, wie Ihr auch ſeht. Doch er fügt
ſich, wie Ihr ebenfalls ſehen könnt, bedenkend, daß ich
bald ſeine Frau ſein, und daß der Geliebte dem Gatten einen nur um ſo vollſtändigeren und reineren Glücks⸗
theil aufbewahrt haben werde! Oh! die Ausdrücke dieſes
unterzeichneten und mit dem Datum verſehenen Briefes ſind keineswegs zweideutig; nicht wahr? Ihr ſeht alſo, Herr von Montgommery, daß ſes ein Verbrechen von Euch geweſen wäre, an die Schweſter Benie zu denken: denn kein Band des Blutes vereinigt Euch mit dieſer,
welche nun die Braut Jeſu Chriſti iſt. Und indem ich
Euch eine ſolche Ruchloſigkeit erſpare, hoffe ich mich meiner Schuld gegen Euch entledigt und das Glück, deſſen ich mich in meiner Einſamkeit erfreue, mehr als bezahlt zu haben. Wir ſind nun quitt, Herr Graf, und ich habe Euch nichts mehr zu ſagen.“
Während dieſer ſpöttiſchen Rede hatte Gabriel den unheilvollen Brief zu Ende geleſen. Er ließ in der That keinen Zweifel zu. Es war für Gabriel, als käme die Stimme ſeines Vaters aus dem Grabe hervor, um die Wahrheit zu bezeugen.
Als der unglückliche junge Mann ſeine irren Augen wieder aufſchlug, ſah er Diang ohnmächtig am Fuße eines Betpultes ausgeſtreckt.
Inſtinctartig wollte er auf ſie zueilen. Das dicke.
eiſerne Gitter hielt ihn zurück.
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