Teil eines Werkes 
12.-16 Bdchn (1847)
Entstehung
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von Gabriel zu erwiedern.„Ich weiß Euch wahrhaftig Dank dafür, daß Ihr mich mit Gewalt einer gottloſen und verderblichen Welt entriſſen habt. Ich bin nun glücklich, die Gnade hat mich berührt und die Liebe zu Gott erfüllt mein ganzes Herz. Um Euch erkenntlich zu ſein, will ich Euch eine Sünde, vielleicht ein Ver⸗ brechen erſparen.“

„Oh! was iſt das?“ fragte nun Schweſter Benie bebend.

„Mein Kind,“ fuhr Diana von Poitiers mit ihrer hölliſchen Kaltblütigkeit fort,„ich bilde mir ein, ich hätte geſtern mit einem Wort das heilige Gelübde, das Ihr

auszuſprechen im Begriff waret, auf Euren Lippen zurück⸗

halten können. Doch geziemte es ſich für mich, die arme Sünderin, die ich mich ſo glücklich fühle, von den ir⸗ diſchen Banden befreit zu ſein, geziemte es ſich für mich, Gott eine Seele zu entziehen, die ſich ihm frei und keuſch hingab? Nein! und ich ſchwieg.“

„Ich wage es nicht, zu errathen! ich wage es nicht!“ flüſterte Gabriel.

„Heute, mein Kind,“ fuhr die Exfavoritin fort, „heute breche ich das Stillſchweigen, weil ich an dem Schmerz und der Inbrunſt von Herrn von Montgom⸗ mery ſehe, daß Ihr noch ſein ganzes Weſen beſitzt. Doch er muß Euch vergeſſen, er muß es. Und wenn er ſich fortwährend in der Täuſchung wiegte, Ihr könnet ſeine Schweſter, die Tochter des Grafen von Montgommery

ſein, ſo würde er wohl ohne Gewiſſensbiſſe ſeine Erin⸗

nerungen ſich zu Euch verirren laſſen.. Das wäre ein Verbrechen! ein Verbrechen, an dem ich, die erſt ſeit geſtern Bekehrte, nicht mitſchuldig ſein will. Wißt alſo, Diana, Ihr ſeid nicht die Schweſter des Herrn Grafen, ſondern wirklich die Tochter von König Heinrich 1I., den der Herr Graf bei ienem Tournier ſo unſelig geſchlagen hat.“

Gräßlich!“ rief die Schweſter Benie, das Geſicht in ihren Händen verbergend.

Die beiden Dianen. 1w. 20