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dem Hafen gerichtet, den Blick verdunkelt durch ſchwere Thränen und unabläßig wiederholend: „O Frankreich, lebe wohl!“
So blieb ſie beinahe fünf Stunden, nämlich bis zu dem Augenblick, wo es Nacht wurde, und ohne Zwei⸗ fel hätte ſie ſelbſt nicht daran gedacht, ſich zurückzu⸗ ziehen, würde ihr nicht Brantome gemeldet haben, man erwarte ſie beim Abendbrod.
Thränen und Schluchzen verdoppelnd, ſprach ſie ſo⸗ dann:
„Zu dieſer Stunde, mein theures Frankreich, verliere ich dich vollends ganz, da die Nacht, eiferſüchtig auf mein Glück, ihren ſchwarzen Schleier vor meine Augen hängt, um mich dieſes Guts zu berauben. Lebe wohl alſo, mein geliebtes Frankreich, ich werde dich nie wiederſehen!“
Hierauf bedeutete ſie Brantome durch ein Zeichen, ſie würde hinter ihm hinabſteigen, nahm eine Schreib⸗ tafel, zog einen Bleiſtift hervor, ſetzte ſich auf eine Bank und ſchrieb beim letzten Schimmer des Tags fol⸗ gende ſo bekannte Verſe:
Leb' wohl, du holdes Vaterland,
Du heilig Band,
Du meiner Kindheit Heimathland!
Ihr ſchönen Tage wohl auch euch!
Leb' wohl geliebtes Frankenreich!
Das Schiff kann mich von dir nicht trennen, Denn meine Hälfte nur iſt ſein,
Die andre ſollſt in Freundſchaft nennen,
O Frankreich, ewig bleibt ſie dein.
Endlich ſtieg ſie hinab und näherte ſich den Tiſch⸗ genoſſen, die ihrer harrten.
„Ich habe das Gegentheil von der Königin von Carthago gethan,“ ſagte ſie;„denn Dido, als ſie Aeneas verließ, ſchaute unabläßig die Wellen an, während ich


