Teil eines Werkes 
12.-16 Bdchn (1847)
Entstehung
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Franz erhob ſich in dieſer Sekunde mit einer ungeſtümen Bewegung, riß die Augen weit auf, zitterte mit den Lippen, als wollte er einen Namen ſtammeln, und fiel wieder ſchwerfällig auf ſein Kopfkiſſen zurück.

Er war todt.

Ambroiſe Paré verkündigte dies durch eine ſchmerz⸗ liche Bewegung den Anweſenden.

„Ah! Madame! Madame! Ihr habt Euer Kind getödtet!“ rief Maria Stuart Catharina zu, und ſtürzte ganz verwirrt auf ſie los.

Die Königin Mutter umhüllte gleichſam ihre Schwie⸗ gertochter mit einem giftigen, eiſigen Blick, aus welchem aller Haß überſtrömte, den ſie ſeit achtzehn Monaten gegen ſie gebrütet hatte.

„Ihr, meine Theure,“ ſagte ſie,„Ihr habt nicht mehr das Recht, ſo zu ſprechen, hört Ihr wohlz denn Ihr ſeid nicht mehr Königin. Ah! doch! Königin in Schottland. Und wir werden Euch ſobald als möglich j. Euren Nebeln zurückſchicken, daß Ihr dort regieren önnt.“

Durch eine unvermeidliche Gegenwirkung fiel Ma⸗ ria Stuart nach dieſem erſten Ausdruck des Schmerzes ſchwach und ſchluchzend an dem Bett, wo der König lag, auf die Kniee nieder.

„Frau von Fiesque,“ fuhr ruhig Catharina fort, „holt ſogleich den Herzog von Orleans. Meine Herren,“ ſprach ſie, den Herzog von Guiſe und den Cardinal anſchauend,„die Stände, welche vielleicht vor einer Viertelſtunde noch für Euch waren, ſind jetzt, wie Ihr Euch denken könnt, für uns. Es iſt zwiſchen Herrn von Bourbon und mir verabredet, daß ich Regentin ſein werde, und daß er die Stelle des Generallieutenants des Reiches übernimmt. Doch Ihr, Herr von Guiſe, Ihr ſeid noch der Großmeiſter, erfüllt alſo die Pflicht Eures Amtes und verkündigt den Tod von König Franz M.“