Teil eines Werkes 
12.-16 Bdchn (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

286

man einen gewaltigen Lärmen vernahm. Doch in der Kriſe dieſer Entwicklung hatte Niemand außer ihr dieſem Lärmen ein Gehör geſchenkt.

Alle, und ſelbſt der Kanzler, hefteten ihre Augen auf Ambroiſe Paré, der die erhabene Kaltblütigkeit des großen Wundarztes wieder gewonnen hatte und ſeine Inſtrumente bereit legte.

Doch in dem Augenblick, wo er ſich über Franz II. neigte, brach der Tumult im anſtoßenden Saale los. Ein bitteres und zugleich freudiges Lächeln ſchwebte auf den bleichen Lippen von Catharina. Die Thüre öffnete ſich mit Gewalt und der Connetable von Montmorench erſchien in kriegeriſcher Rüſtung und drohend auf der Schwelle.

„Ich komme zu gelegener Zeit!.....“ rief der Connetable.

„Was ſoll das bedeuten?“ ſprach der Herzog von Guiſe, die Hand an ſein Schwert legend.

Gezwungener Weiſe hielt Ambroiſe Paré inne. Zwanzig Edelleute begleiteten Montmorench und ver⸗ breiteten ſich im Gemach. An ſeiner Seite ſah man Anton von Bourbon und den Prinzen von Condé. Mehr noch, die Königin Mutter und l'Hopital ſchloſſen

ſich ihm an. Es war nicht einmal mehr möglich, Ge⸗

walt anzuwenden, um Herr im königlichen Gemach zu ſein.

„Nun iſt es auch an mir, mich zu entfernen,“ ſagte

Ambroiſe in Verzweiflung.

„Meiſter Paré,“ rief Maria Stuart,„ich, die Kö⸗ nigin, befehle Euch, die Operation fortzuſetzen!“

„Ei! Madame,“ entgegnete der Wundarzt,„ich habe Euch geſagt, ich bedürfe der größten Ruhe!. Und Ihr ſeht!...

Er deutete auf den Connetable und ſein Gefolge.

„Herr Chapelain,“ ſagte er zum erſten Arzt,„ver⸗ ſucht Eure Einſpritzung.“

de gl

lie