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Der Kanzler allein blieb im Gemach des Königs.
„Herr Kanzler,“ ſprach nun der Balafré,„erfahrt, daß dieſe Operation, von der man Euch ſagt, noth⸗ wendig iſt, und daß die Königin und ich, der General⸗ lieutenant des Reiches, wenn nicht für die Operation, doch für den Wundarzt ſtehen.“
„Und ich,“ rief Ambroiſe Paré,„ich übernehme in dieſem äußerſten Augenblick jede Verantwortlichkeit, die man mir auferlegen will. Ja, man mag mir mein Leben nehmen, wenn es mir nicht gelingt, das des Königs zu retten. Aber, ach! es iſt die hoͤchſte Zeit! Seht den König! ſeht ihn!“
Leichenbleich, unbeweglich, die Augen erloſchen, ſchien Franz II. in der That nicht mehr zu ſehen, nicht mehr zu hören, nicht mehr zu leben. Er antwortete wever mehr auf die Liebkoſungen, noch auf den Ruf von Maria. 8
„Oh! ja, beeilt Euch! beeilt Euch, im Namen Jeſu!“ ſagte dieſe zu Ambroiſe.„Sucht nur dem König das Leben zu retten, und ich werde das Eurige beſchützen.“
„Ich habe nicht das Recht, etwas zu verhindern, doch es iſt meine Pflicht, die Proteſtation der Frau Königin Mutter zu beſtätigen,“ ſagte der unempfindliche Kanzler.
„Herr[Hopital, Ihr ſeid nicht mehr Kanzler,“ ſprach der Herzog von Guiſe mit kaltem Tone.„Beginnt, Ambroiſe“ ſagte er zu dem Wundarzt.
„Wir entfernen uns,“ erklärte Chapelain im Namen der Aerzte.
„Es ſei,“ erwiederte Ambroiſe,„ich bedarf der größten Ruhe um mich her. Bin ich allein Herr, ſo werde ich auch allein verantwortlich ſein.“
Seit einigen Augenblicken ſprach Catharina von Mediecis nicht ein Wort mehr, machte ſie nicht eine Be⸗ wegung mehr. Sie hatte ſich an das Fenſter zurück⸗ gezogen und ſchaute in den Hof des Amthauſes, wo
Die beiden Dianen. W. 19


