Teil eines Werkes 
12.-16 Bdchn (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—,

281

„Ihr habt alſo nichts gethan?“

„Ach! ich konnte nichts thun,“ antwortete der Cardinal.

„Das Schickſal wendet ſich alſo gegen uns,“ ver⸗ ſetzte der Balafré.,„Man drängt ſich dieſen Morgen im Zimmer von Anton von Navarra.“

„Und Montmorency, habt Ihr Nachricht von ihm?“

„Keine. Vergebens habe ich bis jetzt gewartet.. er hat vielleicht nicht den geraden Weg gewählt. Viel⸗ leicht ſteht er ſchon vor den Thoren der Stadt.“

„Mißlingt Ambroiſe Paré ſeine Operation, dann iſt es aus mit unſerem Gluck!“ verſetzte voll Angſt Karl von Lothringen.

Die von Catharina von Medieis benachrichteten Aerzte trafen in dieſer Minute ein.

Die Königin Mutter führte ſie ſelbſt an das Bett

des Königs, deſſen Leiden und Seufzer wieder be⸗ gannen. Die Aerzte unterſuchten nach und nach ihren könig⸗ lichen Kranken und gruppirten ſich ſodann in einer Ecke, um ſich zu berathen. Chapelain ſchlug Kataplasmen vor, um die Feuchtigkeiten nach Außen zu ziehen; doch die zwei anderen Aerzte ſprachen ſich dafür aus, daß ein gewiſſes zuſammengeſetztes Waſſer in das Ohr ein⸗ geſpritzt werden ſollte.

Sie hatten ſich für dieſes letztere Mittel ent⸗ ſchieden, als Ambroiſe Paré, in Begleitung von Gabriel, eintrat.

Nachdem er den Zuſtand des Königs geprüft hatte, trat er zu ſeinen Collegen. 2

Ambroiſe Paré, Wundarzt des Herzogs von Guiſe, ein Mann von einem in der Wiſſenſchaft ſchon begrün⸗ deten Ruf, war nun eine Autorität, auf die man jede Rückſicht nehmen mußte. Die Aerzte theilten ihm daher mit, was ſie beſchloſſen hatten.

„Das Mittel iſt ungenügend, behaupte ich,“ ſprach