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weile ſeine koſtbare Ruhe hüte. Meiſter Paré hat mir den Schlaf des Königs anvertraut. Ich verbiete Euch, ihn zu ſtören, mein Herr. Hört Ihr wohl, ich ver⸗ biete es Euch! Stirbt der König, ſo ſtirbt mein König⸗ thum, das iſt mir gleichgültig! Doch ſo lange ihm ein Lebenshauch bleibt, werde ich dieſen letzten Hauch gegen die haſſenswerthen Forderungen Eurer Hofintriguen ſchützen. Mein Oheim, ich habe mehr, als ich es hätte wohlethun ſollen, dazu beigetragen, in Euren Händen die Macht zu befeſtigen, ſo lange mein Franz ſich wohl befand; doch ich nehme dieſe Macht ganz und gar zu⸗ rück, ſobald es ſich darum handelt, den letzten Stunden der Ruhe, die ihm Gott vielleicht in en Leben ge⸗ währt, Achtung zu verſchaffen. Der König bedarf morgen, wie Meiſter Ambroiſe Paré ſagt, der wenigen Kräfte, die ihm noch bleiben. Niemand in der Welt, unter welchem Vorwand es auch ſein mag, wird ihm ein Theilchen von dieſem erquickenden Schlaf rauben.
„Aber wenn der Beweggrund ſo ernſt und dringend iſt?“ verſetzte der Cardinal.
„Niemand, unter welchem Vorwand es auch ſein mag, wird den König aufwecken,“ ſprach Maria.
„Ah! es muß ſein!“ entgegnete Karl von Loth⸗ ringen, der ſich am Ende ſchämte, ſo lange einzig und allein durch den Widerſtand eines Kindes, ſeiner Nichte, aufgehalten zu werden.„Die Staatsintereſſen, Ma⸗ dame, fügen ſich nicht in dieſe Dinge des Gefühls.
Ich muß die Unterſchrift des Königs nothwendig auf der Stelle haben, und ich werde ſie haben.“ „Ihr werdet ſie nicht haben, Herr Cardinal.“
Der Cardinal machte einen Schritt gegen das Bett des Königs.
Doch abermals ſtellte ſich Maria Stuart vor ihn und verſperrte ihm den Weg.
Die Königin und der Miniſter ſchauten ich ein⸗ ander ins Angeſicht, die Eine eben ſo zitternd und ſo zornig als der Andere. 5
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