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„Oh! ich leide!“ murmelte er mit kläglichem Tone, „ich leide! Könnt Ihr mich denn nicht erleichtern?“
Das Licht war ein wenig zu entfernt für Ambroiſe, er machte Gabriel ein Zeichen, es näher herbeizubtingen; doch Maria Stuart bemächtigte ſich deſſelben vor Gabriel und leuchtete ſelbſt dem Arzt, während dieſer lange und
aufmerkſam den Sitz des Uebels unterſuchte.
Dieſes ſtumme, ängſtliche Studium dauerte viel⸗ leicht zehn Minuten, wonach ſich Ambroiſe Paré, ernſt und ganz und gar von einer Arbeit inneren Nachſinnens in Anſpruch genommen, erhob und den Bettvorhang wieder fallen ließ.
Zitternd hatte Maria Stuart nicht den Muth, zu fragen, da ſie befürchtete, ihn in ſeinen Gedanken zu ſtören; doch voll Angſt ſuchte ſie in ſeinem Geſicht zu leſen. Welchen Spruch würde er fällen?
Der erhabene Arzt ſchüttelte traurig den Kopf, und es kam der Königin vor, als wäre dies ein Todes⸗ urtheil.
„Wie!“ ſagte ſie, außer Stand, länger ihre Un⸗ ruhe zu bemeiſtern,„läßt ſich keine Rettung mehr hoffen?“
„Es iſt nur noch eine Hoffnung vorhanden, Ma⸗ dame,“ antwortete Ambroiſe Paré.
„Aber es gibt doch eine!“ rief die Königin.
„Ja, Madame, und obgleich ſie leider nicht ſicher iſt, beſteht ſie doch, und ich hätte jede Hoffnung, wenn„
„Wenn? fragte Maria.
„Wenn derjenige, welcher gerettet werden ſoll, nicht der König wäre, Madame.“
„Ei!“ rief Maria Stuart,„behandelt ihn, rettet ihn wie den letzten ſeiner Unterthanen.“
„Aber wenn ich ſcheitere?“ entgegnete Ambroiſe,
Die beiden Dianen. 1V. 18


