266
proteſtire alſo gegen ſeine Anweſenheit an dieſem Ort und ziehe mich vor ihm zurück.“
Und ſie ging in der That weg, ohne ihrem ſter⸗ benden Sohn einen Blick, ein Wort des Abſchieds zu
önnen.
9 Geſchah dies, weil ſie der verhaßte Name von Ga⸗ briel von Montgommery an die erſte Beleidigung er⸗ innerte, die ſie vom König zu ertragen gehabt hatte? Vielleicht. Immerhin iſt es gewiß, daß ſie nicht ſo ſehr, als ſie behaupten wollte, den Anblick und die Stimme von Gabriel befürchtete, denn indem ſie ſich in ihre Wohnung zurückzog, welche an das königliche Gemach ſtieß, war ſie darauf bedacht, den Thürvorhang ein we⸗ nig offen zu laſſen, und ſie hatte nicht ſobald die außen auf einen zu dieſer vorgerückten Stunde der Nacht ver⸗ ödeten Corridor gehende Thüre zugemacht, als ſie ab⸗ wechſelnd an das Schloß ihr Auge und ihr Ohr drückte, um zu ſehen und zu hören, was nach ihrem ungeſtüm⸗ men Abgang vorfiel.
Gabriel trat geführt von Dayelle ein, kniete nie⸗ der, um die Hand zu küſſen, die ihm die Königin reichte, und machte eine tiefe Verbeugung vor dem Cardinal.
„Nun!“ fragte Maria ungeduldig.
3„Madame, ich habe Meiſter Paré bewogen, und er iſt da.“
„Oh! Dank, Dank, treuer Freund!“ rief Maria.
„Es geht alſo ſchlimmer beim König, Madame?“ ſagte Gabriel mit leiſer Stimme und ſchaute unruhig nach dem Bett, in welchem Franz II. ohne Farbe und ohne Bewegung ausgeſtreckt lag.
„Ach! es geht immer noch nicht beſſer,“ antwortete die Königin,„und es war für mich ein großes Be⸗ dürfniß, Euch zu ſehen. Hat Meiſter Ambroiſe Schwie⸗ rigkeiten gemacht, zu kommen?“
„Nein, Madame,“ antwortete Gabriel.„Man hatte ihn ſchon gefragt, aber auf eine Weiſe, wie er mir ſagte, daß dadurch eine Weigerung von ſeiner Seite


