U⸗
6 265
„Und wen hat man zu ihm geſchickt?“ verſetzte Maria.„Gleichgültige, vielleicht Feinde. Ich habe einen ſichern Freund zu ihm geſchickt, und er wird kommen.“
„Er braucht Zeit, um nach Paris zu kommen,“ ent⸗ gegnete Catharina.
„Er iſt unter Weges, er muß ſogar ſchon ange⸗ langt ſein,“ ſagte die junge Königin.„Der Freund, den ich meine, hat ihn heute hierherzuführen ver⸗ ſprochen.“
„Und wer iſt denn dieſer Freund?“ fragte die Kö⸗ nigin Mutter.
„Der Graf Gabriel von Montgommery, Madame.“
Ehe Catharina Zeit gehabt hatte, einen Ausruf von ſich zu geben, trat Dayelle, die erſte Kammerfrau von Maria Stuart, ein und ſagte zu ihrer Gebieterin:
„Der Graf Gabriel von Montgommery iſt da und wartet auf die Befehle von Madame.“
„Ohl er trete ein! er trete ein!“ rief Maria lebhaft.
XXIX.
Boffnungsſchimmer. ₰ „Einen Augenblick Geduld,“ ſprach Catharina von Medicis trocken und kalt.„Wenn dieſer Menſch eintre⸗ ten ſoll, Madame, wartet wenigſtens, bis ich weggegan⸗ gen bin. Gefällt es Euch, das Leben des Sohnes demjenigen anzuvertrauen, der dem Vater das Leben abgeſchnitten hat, ſo gefällt es mir nicht, den Mörder
meines Gemahls wieder zu ſehen und zu hören. Ich


