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Geiſt iſt nicht frei genug, um nur zu verſtehen, was Ihr von ihm verlangen würdet.“
„Er braucht es nicht zu verſtehen, wenn er nur unterzeichnet,“ ſagte der Cardinal.
„Aber ſeine Hand iſt nicht einmal ſtark genug, um eine Feder zu halten.“
„Man wird ſie ihm führen,“ erwiederte Karl von Lothringen, glücklich über den Schrecken, den er in den Blicken ſeiner theuren Feindin wahrnahm.
„Hört,“ ſprach Catharina ernſt.„Ich bin Euch hier eine Kunde und einen Rath ſchuldig. Das Ende meines armen Sohnes iſt näher, als Ihr glaubt. Wißt Ihr⸗ was mir Chapelain, der erſte Arzt, geſagt hat? wenn nicht ein Wunder geſchehe, glaube er nicht, daß der König morgen Abend noch leben werde.“
„Ein Grund mehr, daß wir eilen,“ erwiederte kalt der Prieſter.
„Ja, aber wenn Franz II. morgen nicht mehr lebt, ſo regiert Karl IX., iſt der König von Navarra viel⸗ leicht Regent. Welche furchtbare Rechenſchaft wird er nicht von Euch für die entehrende Beſtrafung ſeinss Bruders fordern? Werdet Ihr nicht ebenfalls gerichtet, verurtheilt werden?
„Eil Madame, wer nichts wagt, gewinnt nichts!“ rief mit Wärme der trotzige Cardinal.„Was beweiſt übrigens, daß Anton von Navarra zum Regenten er⸗ nannt werden wird? was beweiſt, daß ſich dieſer Cha⸗ pelain nicht täuſcht? Der König lebt noch!
„Leiſer! leiſer, mein Oheim,“ ſprach Maria, die ſich erſchrocken erhob.„Ihr werdet den König auf⸗ wecken!.. Ah! Ihr habt ihn ſchon aufgeweckt!“
„Maria... wo biſt Du?“ fragte in der That die ſchwache Stimme des Königs.
„Hier, ganz nahe bei Euch, mein füßer Sire,“ antwortete Maria.
„Oh! ich leide,“ ſagte Franz,„mein Kopf iſt wie ein Feuer! dieſer Ohrenſchmerz wie ein ewiger Dolch⸗


