Teil eines Werkes 
12.-16 Bdchn (1847)
Entstehung
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Den jungen Mann bei ſich zurückbehalten? Aber der König würde ihn bei ſeinem Eintritt finden!

Den König warnen, hieße Verdacht erregen. Ga⸗ briel warnen, hieße ſeinen Zorn hervorrufen, indem man ihn zu fürchten ſcheinen würde.

Ein Zuſammentreffen zwiſchen dieſen zwei einander ſo gefährlichen Männern ſchien nun unvermeidbar, und

Diana, die ſie ſo gern um den Preis ihres Blutes ge⸗

rettet haben würde, hatte dieſes unſelige Zuſammentref⸗ fen herbeigeführt!

„Was verlangt der König von Euch?“ fragte Ga⸗ briel mit einer geheuchelten Ruhe, welche das Zittern ſeiner Stimme Lügen ſtrafte.

„Nichts, nichts, in der That nichts!“ erwiederte Diana.„Eine Ermahnung wegen des Empfanges von heute Abend.“

„Ich ſtöre Euch vielleicht und entferne mich.“

„Nein, nein, bleibt!“ rief Diana raſch.„Doch wenn Euch,“ fügte ſie bei,„wenn Euch ein Geſchäft auf der Stelle von hier wegruft, ſo möchte ich Euch nicht gern zurückhalten.“

„Dieſer Brief hat Euch beunruhigt, Diana. Ich Euch läſtig zu ſein, und nehme von Euch Ab⸗ chied.“

„Ihr mir läſtig, Freund! könnt Ihr das denken?“ verſetzte Frau von Caſtro.„Habe ich Euch nicht ge⸗ wiſſermaßen geholt? Ach! vielleicht ſehr unkluger Weiſe, befürchte ich. Ich werde Euch wiederſehen, doch nicht mehr hier, ſondern bei Euch; ſobald ich entkom⸗ men kann, beſuche ich Euch und nehme dieſes zugleich ſüße und furchtbare Geſpräch wieder auf. Ich gelobe es Euch, zählt auf mich. Für den Augenblick, Ihr hattet Recht, ich muß es geſtehen ich bin ein wenig erſchüttert, ein wenig leidend, ich habe etwas wie das Fieber..4

„Ich ſehe es, Diana, und verlaſſe Euch,“ ſprach Gabriel mit traurigem Tone.