„Auf baldiges Wiederſehen, Freund!“ ſagte ſie. „Geht, geht!“
Sie ging mit ihm bis an die Thüre ihres Zimmers..
„Wenn ich ihn zurückhalte,“ dachte ſte, indem ſie ihn geleitete,„ſo wird er ſicherlich den König ſehen; wenn er ſich im Augenblick entfernt, ſo iſt doch wenig⸗ ſtens eine Hoffnung vorhanden, daß ſie ſich nicht be⸗ gegnen.“
Doch ſie zögerte, zweifelte und zitterte noch.
„Verzeiht, ein letztes Wort, Gabriel,“ ſprach ſie ganz außer ſich auf der Thürſchwelle.„Mein Gott, Eure Erzählung hat mich ſo ſehr angegriffen!„ich habe Mühe, meine Gedanken zu ſammeln. Was wollte ich Euch fragen?... Ach! ich habe es. Nur ein Wort noch, ein wichtiges Wort! Ihr habt mir noch nicht geſagt, was Ihr zu thun beabſichtigt? Ich rief: Gnade! und Ihr riefet: Gerechtigkeit! Wie hofft Ihr dieſe Gerechtigkeit zu erlangen?“
„Ich weiß es noch nicht,“ antwortete Gabriel mit finſterer Miene.„Ich verlaſſe mich auf Gott, auf die Ereigniſſe und die Gelegenheit.“
„Auf die Gelegenheit?“ wiederholte Diana ſchauernd. „Auf die Gelegenheit? was verſteht Ihr darunter? Oh! kehrt zurück! kehrt zurück! Ich will Euch nicht ſo gehen laſſen, ehe Ihr mir das Wort: bei Gelegen⸗ heit, erklärt habt. Bleibt, ich beſchwöre Euch.“
Und ſie nahm ihn bei der Hand und führte ihn wieder in das Zimmer.
„Wenn er dem König außen begegnet,“ dachte die arme Diana,„ſo werden ſie allein mit einander ſein, der König ohne Gefolge, Gabriel das Schwert an ſei⸗ ner Seite. Hier bin ich wenigſtens da, ich kann zwiſchen ſie ſtürzen, Gabriel anflehen, mich dem Streiche entgegenwerfen. Gabriel muß bleiben.“ F
„Ich fühle mich beſſer,“ ſagte ſie laut.„Bleibt, Gabriel, nehmen wir das Geſpräch wieder auf;


