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Geſicht, Eure Geberden nicht wenigſtens Eure Worte der Gnade Lügen ſtrafen werden. Hört!“
„Ich höre und zittere, Gabriel,“ ſprach Diana.
Mit einer keuchenden, bebenden Stimme erzählte Gabriel Frau von Caſtro ſodann Alles, den Empfang des Königs, wie ihm Heinrich II. abermals ſein Ver⸗ ſprechen erneuert, die Vorſtellungen, die dieſem Frau von Poitiers und der Connetable zu machen geſchienen, welche Nacht der Angſt und des Fiebers Gabriel zuge⸗ bracht, ſeinen zweiten Beſuch im Chatelet, ſein Hinab⸗ ſteigen in die Hölle des verpeſteten Gefängniſſes, die traurige Mittheilung von Herrn von Sazerac, kurz Alles.
Diana hörte, ohne zu unterbrechen, ohne einen Ausruf, ohne ſich zu rühren, kalt wie eine Bildſäule, die Augen ſtarr in ihrer Höhle, die Haare auf ihrer Stirne geſträubt.
Es trat eine lange Pauſe ein, als Gahriel ſeine unſelige Geſchichte beendigt hatte. Dann wollte Diana ſprechen, ſie konnte es nicht. Ihre Stimme blieb in ih⸗ rer erſchütterten Bruſt. Gabriel ſchaute mit einer ge⸗ wiſſen furchtbaren Freude ihre Unruhe und ihren Schrecken an. Endlich ſtieß ſie einen Schrei aus:
„Gnade für den König!“
„Ah!“ rief Gabriel,„Ihr verlangt Gnade? Ihr ſchuldig und ſtrafbar! Gnade? h! das iſt eine Verurtheilung! Gnade? nicht wahr, er verdient den Tod?“
„Oh! ich habe das nicht geſagt,“ entgegnete Diana ganz verwirrt.
„Doch, Ihr habt es geſagt! ich ſehe, Ihr ſeid meiner Anſicht, Diana, Ihr denkt, Ihr fühlt wie ich. Nur ſchließen wir anders, je nach unſern Naturen; die Frau verlangt Gnade und der Mann Gerechtigkeiti“
„Ah!“ rief Diana,„wie unklug und toll bin ich!
warum habe ich gemacht, daß Ihr in den Louvre ge⸗ kommen ſeid!“


