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werden, Gabriel, und dieſe Abſicht iſt bis jetzt nur ver⸗ tagt, Wißt das wohl.“
„Und warum, Diana? warum auf dieſe Welt ver⸗ zichten, für die Ihr gemacht ſeid?“
„Euer Gewiſſen beruhige ſich über dieſen Punkt, mein Freund,“ ſprach Diana;„nicht ſowohl um dem Eid gehorſam zu ſein, den ich Euch geleiſtet habe, als um den geheimen Wunſch meiner Seele zu befriedigen, will ich dieſe Welt, wo ich ſo viel gelitten, verlaſſen. Ich bedarf ſehr des Friedens und der Ruhez und ich wüßte die Ruhe nunmehr nur bei Gott zu finden. Beneidet mich nicht um dieſe letzte Zufluchtsſtätte!“
„Oh! doch, ich beneide Euch!“ rief Gabriel.
„Ich habe nur meinen unwiderruflichen Entſchluß aus einem Grund nicht ſogleich ausgefühtt: ich wollte darüber wachen, daß Ihr die in meinem letzten Briefe enthaltene Bitte erfülltet, daß Ihr Euch nicht zum Richter und Beſtrafer machtet, daß Ihr Gott nicht zu⸗ vorkämet.“
„Wenn man ihm je zuvorkommt,“ ſagte Gabriel halb leiſe.
„Endlich,“ fuhr Diana fort,„endlich hoffte ich im Falle der Noth mich zwiſchen diejenigen, welche ich liebe und die ſich haſſen, werfen und, wer weiß? ein Unglück oder ein Verbrechen verhüten zu können. Grollt Ihr mir wegen dieſes Gedankens, Gabriel?“
„Man kann den Engeln nicht wegen deſſen grol⸗ len, was ihrer Natur gemäß iſt,“ ſagte Gabriel.„Ihr ſeid edelmüthig geweſen, und das iſt ganz einfach.“
„Ei!“ rief Frau von Caſtro,„weiß ich ſelbſt, ob ich edelmüthig geweſen bin? weiß ich wenigſtens, bis auf welchen Grad ich es bin? Ich verzeihe in der Finſterniß und auf den Zufall, und das iſt es gerade, worüber ich Euch zu fragen habe, Gabriel; denn ich will mein Geſchick in ſeinem ganzen Entſetzen kennen.“
„Diana! Diana! das iſt eine unſelige Neugierde.“
Die beiden Dianen. 1v. 5


